Archiv für Mai 2010

Aus- und Rückblick

Die ersten drei Veranstaltungen unserer Reihe sind nun vorbei. Der letzte Vortrag von Andrea Woeldike wird am 6. Juni um 18 Uhr im Alhambra in Oldenburg statt finden und trägt den Titel „Freiheit und Wahn deutscher Arbeit“.
Zum vergangenen Vortrag von Cordula Behrens und Klaus Thörner am 26. Mai im Alhambra gibt es einige Links die wir euch ans Herz legen möchten. Zum einen findet ihr hier einen Artikel zu den „vergessenen Lagern des Holocaust“ von Klaus Thörner. „In den Lagern, die im Raum Lublin errichtet wurden, perfektionierten die Deutschen während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der »Aktion Reinhardt« die industrielle Massenvernich­tung. Unterstützt wurden sie dabei von »hilfswilligen« Kriegsgefangenen. Unter ihnen war auch Iwan Demjanjuk.“
Das Bildungswerk Stanislaw Hantz bietet Studienfahrten zu Gedenkstätten ehemaliger Konzentrations- und Vernichtungslager an, unter anderem werden regelmäßige Studienfahrten nach Ostpolen in die ehemaligen Vernichtungslager der so genannten „Aktion Reinhardt“ – Sobibór, Treblinka und Belzec – veranstaltet.
Zum anderen schreibt Cordula Behrens über den aktuellen Prozess gegen John bzw. Iwan Demjanjuk in München. Der Artikel ist hier zu finden.
Auf der Seite von Professor Dr. Cornelius Nestler, der in dem Strafverfahren gegen John Demjanjuk gemeinsam mit einer Gruppe von Anwälten mehr als 30 Nebenkläger, die überwiegend in den Niederlanden und den USA leben, vertritt, finden sich einige Medienberichte zum Demjanjuk-Verfahren. Und da in den Medien wenig über den derzeitigen Prozess zu erfahren ist, können auf der Seite „Nebenklage Sobibor“ „Mitteilungen und Fakten zum Verfahren gegen John Demjanjuk vor dem LG München“ in Erfahrung gebracht werden.

Der Demjanjuk Prozess 2009/2010

Wer kennt die Vernichtungslager in Sobibor, Treblinka, Belzec und Maijdanek?
Warum klagen die Kinder der Opfer den 89 jährigen John Demjanjuk heute noch nach 67 Jahren an?
Wer erinnert sich an die Oldenburger Jüdinnen und Juden, die dorthin zur Vernichtung deportiert worden sind?

Die Sobibor-Prozesse der Sechziger und Siebziger Jahre fanden kaum Aufmerksamkeit. Dementsprechend waren die Gerichtssurteile gegenüber den deutschen NS-Männern, die in den Vernichtungslagern mordeten, milde. 4 Jahre Freiheitsentzug wegen einer Probevergasung an 30 jungen Jüdinnen hieß es für einen deutschen Sobibor-Mörder!
Und heute? Wie wird heute der Prozess gegen den ‚Trawniki-Mann‘ John alias Iwan Demjanjuk, der sich wegen Beihilfe zum Mord an 27900 europäischen Jüdinnen und Juden 1943 in Sobibor nun erst vor dem Münchner Gericht verantworten muss, geführt? Welche Aufmerksamkeit hat dieser Prozess in den deutschen Medien und der deutschen Öffentlichkeit? In meinem Vortrag will ich über die Gründe der Nebenankläger_innen und über die heutige Art und Weise eines deutschen Gerichts, einen Holocausttäter verfolgen und beurteilen zu müssen, reden.

Vortrag von Cordula Behrens und Klaus Thörner// Mittwoch, 26.05. // 18 Uhr // Alhambra Oldenburg