Der für den Samstag, den 03.09.2009, angekündigte Naziaufmarsch fand nicht statt. Nachdem das Verwaltungsgericht das Verbot durch die Stadt Oldenburg bestätigte, hatten es die Nazis versäumt, die nächste gerichtliche Instanz anzurufen. Statt dessen gab es eine antifaschistische Kundgebung am „Lefferseck“. Dort sammelten sich circa 250 AntifaschistInnnen, um zur Kundgebung des „Forum gegen Rechts“ zu ziehen. Trotz des bitter-kalten Wetters ließen es sich die AntifaschistInnen nicht nehmen, lautstark durch Oldenburg zu demonstrieren. Auch von dem martialischen Polizeiaufgebot ließen sich die DemonstrantInnen nicht einschüchtern.
Unser Redebeitrag machten deutlich, dass es „wichtig und notwendig ist“ den Nazis entgegenzutreten. In einem Flugblatt, dass von uns verteilt wurde, hieß es aber auch:

„Eine radikale Kritik an den herrschenden Verhältnissen muss sich jedoch gegen Deutschland und all’ seine AnhängerInnen richten. Nur die Abschaffung des deutschen Projektes, in all’ seinen Formen, entzieht den Fans der deutschen Nation die Möglichkeit zu agieren und ihr menschenverachtendes Weltbild in der Praxis auszuüben! Stattdessen wollen wir „alle Verhältnisse umwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist!“


Die Polizei ließ es sich nicht nehmen, die antifaschistischen DemonstrantInnen, bis zum autonomen Aktions und Kommunikationszentrum „Alhambra“ zu begleiten. Dabei hielten sich die Einsatzkräfte vorerst zurück. Erst als sich AntifaschistInnen in Richtung Bahnhof begeben wollten, schlug diese zu. Es kam zu mindestens vier Ingewahrsamnahmen durch die Polizei, die teilweise vermummt agierten, um eine etwaige Identifikation zu erschweren.

Am Bahnhof tauchten gegen 13.30 etwa 15 Nazis aus dem Zug aus Hannover auf. Diese waren durch das Verbot ihrer Demonstration überrascht worden. Sie hatten sich anscheinend nicht eingehender informiert und wurden daher nicht von ihren Nazi-Kameraden, sondern von AntifaschistInnen begrüßt, bevor sie die Polizei entfernte.
Die Nazis drohen allerdings weitere Aufmärsche an. In Oldenburg besteht also weiterhin die Notwendigkeit antifaschistischer Aktionen.